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11.06.2008

Eine als Kompetenztraining für die LehramtsanwärterInnen des Kurses 08/09 ausgewiesene Veranstaltung der besonderen Art fand am Mittwoch, den 11. Juni 2008 in der Lörracher Neumattschule statt.

Beziehungspsychologie, Körpersprache und Stimme oder... ohne Motivation läuft nichts...


 

Mit Prof. Joachim Bauer, Leiter der ambulanten Abteilung für Psychosomatische Medizin an der Universitätsklinik Freiburg und Prof. Rudolf Heidemann, stellvertretender Seminarleiter und Erziehungswissenschaftler am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Stuttgart konnte das Seminar zwei ausgewiesene Experten ihres Faches gewinnen.
Mit klaren Worten erläutert Bauer seine These: „Nichts kommt von allein, auch Motivation nicht.“  Dabei beruft der Mediziner sich auf jüngste Erkenntnisse der Neurobiologie. So lässt sich heute die Abhängigkeit des menschlichen Motivationssystems von bestimmten nachweisbaren Botenstoffen erklären, deren Existenz einen erheblichen Einfluss auf das schulische Lernen hat, die aber keineswegs unter beliebigen Bedingungen im Körper zur Verfügung stehen. Hier tut sich die spannende Frage auf: Was können wir tun, damit dieser biologische „Cocktail“ dem Körper vom Gehirn zugeführt wird und die Schüler „endlich mal Lust bekommen, sich anzustrengen“? Als entscheidende Voraussetzungen für die biologische Funktionstüchtigkeit unseres Motivationssystems nennt Bauer Interesse, soziale Anerkennung und persönliche Wertschätzung. Begriffe, die auf den ersten Blick wenig mit Neurobiologie und Stoff-wechselphysiologie zu tun haben, bei genauerem Hinschauen aber verdeutlichen, warum die Berücksichtigung von individuellen Schülerinteressen, körperlichem und seelischem Wohlbefinden wie gezielte Beziehungsgestaltung in pädagogischen Handlungsfeldern eine große Rolle spielen: Das Gehirn verwandelt seelische Eindrücke in biologische Signale. Motivation ist heute eindeutig stoffwechselphysiologisch nachweisbar. Salopp ausgedrückt, aber sehr anschaulich fasst Bauer zusammen: Diese Erkenntnisse machen aus Psychologie Biologie.
Nach einer Stunde intensiven Zuhörens schöpfen die Zuhörern Zuversicht: Es gibt sie also doch – wonach alle in der Pädagogik sehnsüchtig suchen – die Möglichkeiten, lustlose, frustrierte und enttäuschte Kinder und Jugendliche aus der Reserve zu locken, Freude am Lernen zu initiieren und so Schule zum sinnvollen Lebensraum werden zu lassen.

So spannend der erste Teil des Vormittags war, so unzweifelhaft unterhaltsam und informativ zugleich wird er von Rudolf Heidemann fortgesetzt. Sein Thema ist die Körpersprache, deren augenscheinliche Bedeutung für den Lehrerberuf er mit einer Fülle an konkreten Beispielen veranschaulicht. Mit viel Witz, Charme und Ironie lässt er die Zuhörer selbst erfahren, welche entscheidende Wirkung die Körpersprache für die menschliche Kommunikation hat. Sein Ziel ist es, die TeilnehmerInnen für die eigene Körpersprache zu sensibilisieren, um Wege aufzuzeigen, wie Lehrende Gestik und Mimik bewusst und sachgemäß in das verbale Unterrichtsgeschehen einbin-den können. Dass man nicht nicht kommunizieren kann, aber „Körpersprache lernen kann“ , war auch ein Thema der vielfältigen Workshops, an denen die LehramtsanwärterInnen am Nachmittag in den Räumen des Seminars teilnehmen konnten.


Annette Franke

 

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